“Das Neue ist die Schamlosigkeit” – Barbara Kingsolver im ZEIT-Interview
In ihrer aktuellen Kolumne beschreibt Barbara Kingsolver, warum ihr Roman „Die Unbehausten“ in einer Zeit des Umbruchs entstanden ist – und was amerikanische Apokalyptik damit zu tun hat.
Zwei Erzählstränge, ein Thema
„Die Unbehausten“ verwebt zwei Zeitlinien – um 1870 und heute – mit einem maroden viktorianischen Haus in New Jersey als verbindendes Symbol:
- Gegenwart: Willa Knox und ihre Familie kämpfen mit Arbeitsplatzverlust, finanziellen Sorgen und existenziellem Unbehagen.
- Vergangenheit: Lehrer Thatcher Greenwood streitet um wissenschaftliche Wahrheit (Evolution) gegen religiöse Dogmen
Beide Welten zeigen, …:
- gesellschaftliche Brüche
- Landflucht & Entwurzelung
- Widerstand gegen ein System, das «keinen Stein auf dem anderen lässt»
„Schamlosigkeit“ als Antreiber
Kingsolver kritisiert die Narration des „unbehausten Lebens“ – Statusverlust wird zum politischen Thema. Die Schamlosigkeit neuer US-Politik mache Antworten überflüssig, Werte brächen zusammen. Literatur solle Empathie fördern, um dem entgegenzuwirken.
Literatur als Hoffnungsträger
- Das Buch ist auch politisch: Es zeigt Klimakrise, Wissenschaftsskepsis, soziale Verlierer und sucht gleichzeitig Utopie im Alltag .
- Kingsolver bleibt optimistisch: Veränderung beginne im Kleinen – in Häusern, Köpfen und Gemeinschaften .
Barbara Kingsolvers „Die Unbehausten“ ist ein literarisches Plädoyer gegen Politik, die auf Schamlosigkeit und Vereinfachung setzt. Sie appelliert an Empathie, Mut und historische Perspektive. Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern gesellschaftliches Denken herausfordert.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, kommentiere gern unten und folge uns für tägliche Updates rund um Bauen, Energie und Zukunftstrends!



Kommentar veröffentlichen